Niereninsuffizienz bei Katzen

Der stille Killer – Symptome früh erkennen

Niereninsuffizienz bei Katzen

Die chronische Niereninsuffizienz (CNI), auch als chronische Nierenerkrankung (CNE) bezeichnet, ist die häufigste Todesursache bei Katzen über 10 Jahren. Schätzungen zufolge entwickeln etwa 30–40 % aller Katzen in dieser Altersgruppe eine CNI; bei Tieren über 15 Jahren steigt die Rate sogar auf über 50 %. Das Tückische an dieser Erkrankung ist ihre schleichende Natur: Die Nieren sind Meister der Kompensation und können ihre Funktion so lange aufrechterhalten, dass deutliche Symptome oft erst sichtbar werden, wenn bereits 66–75 % des Nierengewebes zerstört sind. Wenn Besitzer die ersten klaren Anzeichen bemerken, ist die Erkrankung meist weit fortgeschritten und irreversibel. Dennoch gibt es Hoffnung, denn wer die frühen Warnzeichen kennt, kann seiner Katze Jahre an Lebensqualität schenken.

Die frühen Warnzeichen in den Stadien I und II

In den Anfangsstadien verläuft die Erkrankung oft ohne oder mit nur sehr subtilen Symptomen. Das erste und wichtigste Anzeichen ist meist die Kombination aus Polydipsie (vermehrtes Trinken) und Polyurie (vermehrtes Urinieren). Da die geschädigten Nieren den Urin nicht mehr konzentrieren können, wird er wässriger, heller und fast geruchlos. Um diesen Flüssigkeitsverlust auszugleichen, trinkt die Katze deutlich mehr.

Achten Sie darauf, ob die Klumpen im Katzenstreu größer werden, der Wassernapf öfter nachgefüllt werden muss oder Ihre Katze plötzlich aus ungewöhnlichen Quellen wie Waschbecken oder Gießkannen trinkt. Normalerweise trinkt eine Katze etwa 40–60 ml Wasser pro kg Körpergewicht am Tag. Ein klares Warnsignal liegt vor, wenn eine Katze mehr als 100 ml pro kg Körpergewicht täglich zu sich nimmt. Neben dem Trinkverhalten sollten auch subtile Verhaltensänderungen wie erhöhtes Schlafbedürfnis oder ein stumpf wirkendes Fell beachtet werden.

Fortgeschrittene Symptome im Stadium III

Sobald über 75 % des Nierengewebes zerstört sind, werden die Symptome unverkennbar. Die Ansammlung von Stoffwechselgiften im Blut (Urämie) führt zu chronischer Übelkeit. Die Katze zeigt deutliche Appetitlosigkeit, verliert stetig an Gewicht und Muskelmasse. Ein häufiges Symptom ist Erbrechen, insbesondere morgens auf nüchternen Magen.

Ein sehr spezifisches Warnzeichen ist der sogenannte urämische Fötor: Ein strenger, ammoniakartiger Geruch aus dem Maul. Zudem leiden viele Katzen trotz der erhöhten Wasseraufnahme unter Dehydration. Dies lässt sich durch den Hautfaltentest im Nacken prüfen: Bleibt die Hautfalte stehen oder fällt sie nur langsam zurück, ist das Tier dehydriert. Betroffene Katzen wirken zudem oft apathisch und ziehen sich zurück.

Das Endstadium und akute Notfälle

Im Stadium IV ist die Nierenfunktion auf unter 10 % reduziert. Die Symptome sind dramatisch: schwere innere Vergiftung, unstillbares Erbrechen, extreme Schwäche und Untertemperatur (unter 37,5 °C). Es gibt zudem Situationen, die ein sofortiges Handeln erfordern: Wenn eine Katze seit über 24 Stunden keinen Urin mehr abgesetzt hat, deutet dies auf ein akutes Nierenversagen hin. Auch Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit sind lebensbedrohliche Notfälle.

Vorsorge und Früherkennung

Da die CNI nicht heilbar, aber behandelbar ist, spielt die Früherkennung die entscheidende Rolle. Ab dem 7. Lebensjahr sollte ein jährlicher Blutcheck inklusive der Werte Kreatinin und SDMA zum Standard gehören. Der SDMA-Wert ist besonders wertvoll, da er bereits ansteigt, wenn die Nieren erst 25–40 % ihrer Funktion verloren haben.

Besitzer können zudem präventiv unterstützen, indem sie Nassfutter bevorzugen und die Trinkmotivation (z. B. durch Trinkbrunnen) erhöhen. Die Vermeidung von Übergewicht, die Pflege der Zahngesundheit und der Schutz vor Giftstoffen (wie Lilien oder Frostschutzmittel) sind weitere wichtige Faktoren. Früherkennung rettet Katzenleben – handeln Sie lieber einmal zu früh als zu spät.

Gezielte Unterstützung: Canina® Ergänzungen bei Niereninsuffizienz

Obwohl die Basistherapie einer chronischen Niereninsuffizienz immer aus einer spezialisierten Nierendiät besteht, kann die gezielte Gabe von Ergänzungsfuttermitteln den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Da Canina® aktuell kein isoliertes Nierendiät-Produkt für Katzen führt, setzen Experten auf Supplemente, die zwei kritische Begleiterscheinungen der CNI bekämpfen: chronische Entzündungsprozesse und den massiven Vitaminverlust.

1. Marine-Ölmischung Premium: Entzündungsschutz & Durchblutung

Die Marine-Ölmischung Premium ist die wichtigste Empfehlung bei CNI. Nierenkranke Katzen leiden oft unter Mikrozirkulationsstörungen und Entzündungen im Nierengewebe. Die in diesem Öl hochkonzentrierten Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) wirken diesen Prozessen entgegen. Sie helfen dabei, den Blutdruck in den Filtereinheiten der Niere (Glomeruli) zu senken und können so den schädlichen Proteinverlust über den Urin reduzieren.

2. Petvital Vitamin-Tabs: Ausgleich des „Auswasch-Effekts“

Durch das typische Symptom der Polyurie (vermehrtes Urinieren) verlieren nierenkranke Katzen lebenswichtige wasserlösliche Vitamine, bevor der Körper sie nutzen kann. Die Petvital Vitamin-Tabs helfen, diesen Mangel auszugleichen. Besonders der enthaltene Vitamin-B-Komplex ist entscheidend, um die Blutbildung zu unterstützen (Schutz vor renaler Anämie) und den oft schwankenden Appetit der Katze zu stabilisieren.

Wichtiger Anwendungshinweis:

Achten Sie darauf, Produkte wie Kräuter-Doc Niere & Harnblase zu vermeiden, da diese primär auf eine erhöhte Wasserausscheidung (Durchspülung) ausgelegt sind. Bei einer CNI verliert die Katze jedoch bereits zu viel Flüssigkeit. Setzen Sie stattdessen auf die oben genannten Produkte, die für Hunde und Katzen gleichermaßen freigegeben sind, um die Organfunktion sanft zu unterstützen.